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Bartpflege: Schönheit für Männer

Schnauzer, Chinstrap, Henriquatre und co: Es gibt viele Möglichkeiten, einen Bart zu tragen. Die Wahl der Gesichtsfrisur sollte gut überlegt sein. Wie verschiedene Formen wirken, wem sie stehen

 

Bartpflege: Schönheit für Männer

Schnauzer, Chinstrap, Henriquatre und co: Es gibt viele Möglichkeiten, einen Bart zu tragen. Die Wahl der Gesichtsfrisur sollte gut überlegt sein. Wie verschiedene Formen wirken, wem sie stehen

von Dr. Sebastian Poliwoda, 13.07.2018

 

 

 

 

Kleine Bartkunde: Dieser Bart rund um den Mund heißt Jägerbart oder Henriquatre nach König Heinrich IV

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Michael Toman bittet den Kunden zum Friseursessel aus grobem Leder. Prüfend betrachtet er dessen dichten Vollbart von allen Seiten. Er soll wieder in Form gebracht werden, und Toman, Besitzer eines Barber­shops in München, weiß auch schon, in welche.

Seit 13 Jahren schneidet er in seinem Laden Bärte. Er hat viele Stammkunden – seit er 2016 Deutscher Friseurmeister wurde, noch mehr. Es ist ein persönliches Geschäft, sagt er. "Es gibt nicht viele Berufe, wo man ein ‚mein‘ davorsetzt. Mein Arzt, mein Anwalt. Mein Barbier. Irgendwann weißt du fast alles über deine Kunden."

Ein guter Barbier berät auch

Er wirft dem Herrn vor sich einen schwarzen Umhang über und klemmt ihm ein Handtuch in den Nacken. Dann legt er Trimmer, Kamm und Schere bereit und macht sich an die Arbeit. Zu seinen Kunden zählen viele Vollbartträger, gerade jün­gere. Sie vertrauen auf Tomans Erfahrung: "Ich berate meine Kunden und sage auch, wenn ein Bart nicht zu einem Typ oder Gesicht passt."

 

 

 

 

 

Bart ist nicht gleich Bart. In seiner jeweiligen Form ist die Gesichtsfrisur auch mit einer Botschaft verbunden. Zum einen sind Bärte ein Ausdruck von Maskulinität. Laut dem Sozialpsychologen Professor Julian Oldmeadow von der Universität Melbourne sind Bärte heute auch deshalb so verbreitet, weil es immer weniger Bereiche gibt, "in denen Männer rein männlich sein können".

Bereits seit der Antike ein Thema

Gelegentlich kippt die Symbolik auch ins Negative: "Viele Menschen nehmen einen Bartträger als jemanden wahr, der einschüchtern oder abschrecken will." Seit Jahrtausenden haben Männer sich das Barthaar wachsen lassen. Schon ein römisches Sprichwort besagt: "Barba decet virum – der Bart macht den Mann."

 

 

 

 

 

Doch bereits in der ­Antike war man sich ­bewusst, dass man den Gesichtsschmuck auch nicht über­interpretieren darf. So warnte der griechische Schriftsteller Plutarch: "Barba non facit philosophum – der Bart macht noch keinen Philo­sophen."

Für den modischen Bart heute gibt es eigentlich nur eine Regel: Gepflegt muss er sein. Barbier Michael Toman weiß, dass sich das regelmäßige Stutzen lohnt: "Je länger und zauseliger der Bart, desto älter sieht man aus.

 

 

 

 

Bartformen

 

 

 

 

 

 

Kunst mit Seife und Messer

Nach dem Trimmen geht es an die Feinarbeit: die Konturlinien. Bevor alles unter Schaum verschwindet, überlegt sich Michael Toman, wo sie verlaufen: "Sie müssen zur Gesichts- und zur Bartform passen." Mit dem Rasiermesser zieht er schmale Schneisen in den Schaum. In kurzen, schnellen Zügen, im richtigen Winkel. Am Ende ein paar Spritzer Aftershave – das desinfiziert und erfrischt. Nach einer halben Stunde ist der Bart wieder in Form und der Kunde, optisch verjüngt, zufrieden.

 

 

 

 

 

Dass Mann wieder gern und viel Bart trägt, schlägt sich auch in der Vielzahl spezieller Pflegeprodukte nieder: von Bartshampoos, Spülungen, dem Bartöl, der Bartwichse bis zu Lotionen gegen eingewachsene Barthaare.

Von der Apothekerin empfohlene Bartpflege

Die Münchner Apothekerin Yvette Mittermeier-Schmitt empfiehlt ein hautneutrales Shampoo ohne Konservierungs- oder Farbstoffe. Klettenwurzelöl kann zudem Hautirritationen lindern. In gewissen Abständen sollte Mann eine Kurspülung verwenden. "Die Kur pflegt die Haarspitzen besonders gut." Zudem beruhigen nach dem Trimmen und Konturieren irri­­­tations­mildernde Cremes, häufig auf Thermalwasser-Basis und mit Kalzium.

 

 

 

 

 

 

Schließlich kann Mann ein nicht fettendes Hautöl auftragen, das den Bart weich und kämmbar hält. Bewährt haben sich Öle mit Argan und Amarant sowie Abyssinianöl. Da Bärte stets auch Geruchsträger sind, sollte man das Öl passend zum Typ wählen. Mit Bartwichse schließlich lässt sich der Bart gut formen und zwirbeln.

Generell gilt: Je dünner und strähniger der Wuchs, umso eher sollte Mann sich überlegen, ob er sich überhaupt einen Bart stehen lässt. Denn Bärte ziehen Blicke an. Und die fallen auch auf die dünnen Stellen. Im schlimmsten Fall wird es ein Blick ins Nichts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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