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28 Tage ohne Zucker

Mehr Energie, kein Heißhunger, super für die Gesundheit: Ein Zuckerverzicht soll nur Vorteile haben. Mal sehen, was unserer Redakteurin Rieke Winter der Selbstversuch bringt

 

28 Tage ohne Zucker

Mehr Energie, kein Heißhunger, super für die Gesundheit: Ein Zuckerverzicht soll nur Vorteile haben. Mal sehen, was unserer Redakteurin Rieke Winter der Selbstversuch bringt

von Rieke Winter, 15.10.2018

 

 

 

 

Süßigkeiten, Industriezucker, Süßungsmittel: Vier Wochen lang will ich auf all das verzichten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 1

Ich bin hoch motiviert! Gestern habe ich alles an Zucker, Süßungsmitteln und irgendwie gesüßten Produkten aus meinen Vorräten aussortiert. Dafür musste ich mich erst mal schlaumachen, welche Decknamen Zucker haben kann. Das sind verdammt viele. Gerstenmalzextrakt, Weizendextrin, Fruchtkonzentrat — habe ich alles noch nie bewusst gelesen. Und ich habe Zucker in Sachen gefunden, bei denen es mich wirklich überrascht hat. In Gemüsebrühe zum Beispiel oder meinem Lieblings-Brotaufstrich. Um den tut es mir wirklich leid, aber ich kann ja nicht scheitern, bevor es überhaupt losgeht!

 

 

 

 

 

Tag 2

Nach der Arbeit gehe ich zum ersten Mal während der Zuckerfrei-Challenge einkaufen. Und es ist wirklich eine Herausforderung. Durch drei Läden tingle ich: einen Supermarkt, einen Drogeriemarkt und einen Bioladen. Ich fühle mich ein bisschen, als würde ich verdeckt recherchieren. Ständig schiele ich auf Zutatenlisten: Wo ist überall Zucker drin? Und wie viel? Ich merke: Zuckerfreies Einkaufen kostet echt viel Zeit. Und Bioprodukte enthalten oft nicht weniger Zucker, nur anderen.

 

 

 

 

 

Tag 4

In meiner Suppe heute Mittag war Zucker drin! Wenn ich korrekt sein will, muss ich also bei jedem Essen in der Kantine nachfragen, ob es süß abgeschmeckt ist. Darüber habe ich vorher gar nicht nachgedacht. Viel zu viel Aufwand für ein bisschen Zucker. Ich mache also schon in der ersten Woche einen kleinen Kompromiss mit mir selbst: Die offensichtlichen Zuckerbomben wie Desserts und Dressings lasse ich weiterhin weg, aber beim Rest will ich mal nicht so sein. Die Suppe habe ich trotzdem gegessen.

 

 

 

 

 

Tag 5

Das Wochenende verbringe ich mit zwei Freundinnen in Brüssel. Erst mal irre ich aber über den Münchner Flughafen auf der Suche nach zuckerfreiem Abendessen. Es muss schnell gehen, ich habe Hunger. Und es gibt so viel Leckeres! Aber Zutatenlisten sind in Imbissen Mangelware. Am Ende kaufe ich im Supermarkt eine Tüte Nüsse und einen Obstbecher. Ist okay.

 

 

 

 

 

 

Tage 6 & 7

In Brüssel ist der Zuckerverzicht genauso anstrengend: Bevor ich ein Bier trinke, googeln meine Freundinnen und ich die Nährwertangaben. Die sind widersprüchlich. Im Restaurant frage ich, ob in meinem Burger Zucker drin ist. Der Kellner ist total bemüht und bringt mir eine Liste mit Allergenen. Auf der steht Zucker aber nicht mit drauf. Ich esse den Burger trotzdem. Die Soße ist sicher gesüßt, vielleicht auch der Bratling. Aber ganz ehrlich: Ich habe getan, was ich konnte.

 

 

 

 

 

Tag 11

Die Zuckerfrei-Diät geht ein wenig ins Geld. Einige Lebensmittel, die mir Süßes ersetzen, sind recht teuer. Mit Cashewkernen kompensiere ich zum Beispiel gern. Abends zu Hause auch mit Käse. Der ist wenigstens schön fett! Und weil ich insgesamt mehr esse, aber so gut wie keine ­Fertigprodukte kaufen kann, habe ich einen hohen Verbrauch an frischem Obst und Gemüse. Das ist zwar gesund, kostet jedoch mehr. Klar könnte ich auch jeden Tag zweimal Brot essen — wäre aber langweilig.

 

 

 

 

 

 

Tag 14

Halbzeit! Ich war diese ­Woche viermal im Fitnessstudio. Viermal! ­Inklusive eines persönlichen Rekords auf dem Laufband. Ein bisschen versucht bin ich schon, dieses Energiehoch auf den Zuckerverzicht zu schieben. Süßigkeiten ­fehlen mir mittlerweile nicht mehr. Trotzdem finde ich die Vorstellung, nie wieder welche essen zu können, nach wie vor ganz furchtbar.

 

 

 

 

 

Tag 15

Letzte Woche war ich irgendwann so von meinen zuckerfreien Fähigkeiten überzeugt, dass ich entschieden habe, mein eigenes Mittagessen in die Arbeit mitzubringen. Also habe ich am Wochenende vorgekocht und hatte damit die komplette Kontrolle über die Zutaten. Das ist natürlich super. Aber es fühlt sich seltsam an, als Einzige am Tisch mit dem Essen von zu Hause dazusitzen. Als würde ich das Kantinenessen kritisieren. Dabei ist es echt gut.

 

 

 

 

 

Tag 17

Heute habe ich mir nach der Arbeit am Hauptbahnhof einen Cappuccino mit Sojamilch geholt. Und beim Probieren gleich gemerkt: blöde Idee! Er hat süß geschmeckt — so süß, dass Zucker drin gewesen sein muss. Warum zwingen die mich zum Zuckerkonsum? Wenn jemandem der Kaffee ohne Zucker nicht schmeckt, kann er ja noch welchen reinkippen. Ich habe mich geärgert, den Cappuccino aber getrunken. Wegschütten wollte ich ihn schließlich auch nicht.

 

 

 

 

 

 

Tag 23

Zumindest zu Hause finde ich es langsam normal, auf Zucker zu verzichten. Am Anfang war das Einkaufen mehr Arbeit, weil ich erst lernen musste, zu welchen Produkten ich nicht mehr greifen kann. Aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt, weiß, was ich kaufen kann, und gehe ungerührt durch den Gang mit den Süßigkeiten. Nur um meinen Brotaufstrich ist es immer noch schade …

 

 

 

 

 

Tage 27 & 28

Das letzte zuckerfreie Wochenende verbringe ich bei meiner Familie. Die ist gebrieft, aber natürlich gibt es trotzdem massenweise Versuchungen. Nach einer gemeinsamen Fahrradtour schlägt mein Vater vor, noch bei unserer Lieblings-Eisdiele vorbeizufahren. Meine Eltern und mein Bruder gönnen sich ein Eis — ich bleibe hart. Auch den Käsekuchen von meiner Mutter, von dem ich genau weiß, wie gut er schmeckt, darf ich nicht essen.
Abends im Restaurant reicht es mir dann. Ich bestelle eine Wok-Pfanne mit Kokos-Curry-Soße und Basmatireis. Und da ist es mir, offen gesagt, egal, ob irgendwas ein bisschen Zucker enthält. Ich frage gar nicht erst nach.

 

 

 

 

 

Der Tag danach

Geschafft! Zum Großteil jedenfalls. Zwischendurch habe ich ja schon ein bisschen geschummelt — mal mehr, mal weniger unwissentlich. Aber gerade ist mir das egal! Ich freue mich auf die erste Schokolade nach vier Wochen Abstinenz. Für mein Fasten­brechen habe ich mir eine der dunklen Pralinen ausgesucht, die ich meinen Eltern aus Brüssel mitgebracht habe. Ich beiße vorsichtig ein Stück ab und schmecke: süß. Aber so was von süß! Wirklich genießen kann ich die Praline nicht. Aber vielleicht taste ich mich mit der Zeit wieder heran. Der süße Nachgeschmack hält jedenfalls ewig.

 

 

 

 

 

Und jetzt?

Die positiven Effekte aus den Zuckerfrei-Berichten haben sich bestätigt: Der Heißhunger auf Süßigkeiten ist weg. Ich kaufe auch keine mehr und habe sogar Schokolade verschenkt. Nachmittags bin ich nicht mehr so müde. Und ein klein wenig Gewicht habe ich auch verloren. Vielleicht wäre es noch etwas mehr gewesen, wenn ich den fehlenden Zucker nicht mit Nüssen und Käse kompensiert hätte.

Einen vollständigen Verzicht ist mir das alles trotzdem nicht wert. Das liegt auch daran, dass Zucker überall ist! Wenn ich mit Freunden weggehe, möchte ich mal einen Cocktail trinken. Wenn ich im Restaurant sitze, möchte ich bestellen, worauf ich Lust habe. Und wenn ich unterwegs Hunger habe, möchte ich mich nicht zu einem geeigneten Snack durchfragen. Aber: Ich werde in Zukunft sicher weniger Zucker essen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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